Eine Wärmepumpe gilt als wartungsarm, ganz ohne Aufmerksamkeit läuft sie aber nicht dauerhaft effizient. Laub vor dem Lüftergitter, ein zugefrorener Kondensatablauf oder ein langsam sinkender Anlagendruck fallen oft erst auf, wenn die Anlage eine Störung meldet. Mit ein paar Minuten im Monat kannst du vieles früh erkennen. Dieser Beitrag zeigt, was du selbst tun kannst, wo die Grenze liegt und welche Aufgaben in welche Jahreszeit gehören.
Darf ich meine Wärmepumpe selbst warten?
Einfache Pflege- und Kontrollarbeiten darfst du selbst übernehmen, die eigentliche Wartung mit Eingriffen in Kältekreis, Elektrik und Regelung gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Rechtlicher Ausgangspunkt ist § 60 des Gebäudeenergiegesetzes: Betreiber müssen Komponenten, die den Wirkungsgrad der Heizung wesentlich beeinflussen, „regelmäßig“ warten und instand halten, und zwar mit Fachkunde. Ein festes Intervall nennt die Vorschrift nicht. Seit dem 29.07.2026 gilt die erste Stufe des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG). Nach unserem Stand vom September 2026 deutet nichts darauf hin, dass diese allgemeine Betreiberpflicht damit weggefallen ist. Den genauen Wortlaut in der neuen Fassung konnten wir aber noch nicht prüfen. Viessmann weist darauf hin, dass Eigentümer theoretisch selbst warten dürfen, wenn sie die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten haben, empfiehlt aber trotzdem den Fachbetrieb.
Praktisch zählt vor allem zweierlei. Erstens schreibt die EU-F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573 vor, dass Installation, Wartung und Reparatur von Anlagen mit fluorierten Kältemitteln nur zertifizierte Personen übernehmen. Zweitens verlangen viele Herstellergarantien einen Wartungsnachweis vom Fachbetrieb. Welche Pflichten im Einzelnen gelten, erklärt unser Beitrag Ist die Wartung Pflicht und wie oft?.
Wie halte ich das Außengerät einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sauber?
Das Außengerät bleibt effizient, wenn Luft ungehindert durch die Lamellen des Verdampfers strömen kann, also des Wärmetauschers, der der Außenluft Wärme entzieht. Entferne deshalb regelmäßig Laub, Äste, Pflanzen und Gegenstände vor dem Ansaug- und Ausblasgitter. Das Fachportal klimeo empfiehlt, rund um das Gerät mindestens 50 cm frei zu halten.
Wenn du die Lamellen reinigen willst, schalte die Anlage vorher vollständig aus, laut klimeo am besten direkt an der Sicherung, und warte einige Minuten. Geeignet sind ein weicher Besen oder eine weiche Bürste, die du in Richtung der Lamellen führst, ein feuchtes Mikrofasertuch und für das Gehäuse eine milde Seifenlösung. Die Lamellen verbiegen leicht, deshalb nicht mit Kraft arbeiten.
- Nicht verwenden: Hochdruckreiniger, Drahtbürsten, harte Schwämme und chemische Reiniger mit Chlor, Alkohol oder Lösungsmitteln.
- Nicht öffnen: Gehäuse, Lüfterabdeckung und Serviceklappen. Das Innenleben mit Verdichter, Wärmetauscher und Elektronik bleibt geschlossen.
Was tun bei Schnee und Eis?
Eine Vereisung des Verdampfers ist laut energie-experten bei Außentemperaturen von etwa −2 bis 5 °C und hoher Luftfeuchtigkeit normal. Die Anlage taut ihn automatisch wieder ab, von Hand abtauen musst du nicht. Schnee auf dem Gerätedach und vor den Gittern kannst du vorsichtig abkehren. Eis entfernst du nie mit Schaber, Messer oder anderen harten Gegenständen, denn die Aluminiumlamellen werden leicht beschädigt. Manche Bedienungsanleitungen erlauben, Eis mit warmem Wasser abzuspülen, etwa die Anleitung der Buderus-Geräte WLW176i/186i. Halte dich hier an die Anleitung deines Geräts. Bleibt das Gerät dauerhaft oder ungleichmäßig vereist, ist das ein Fall für den Fachbetrieb. Mögliche Ursachen und Codes findest du in der Fehlerdatenbank.
Warum der Kondensatablauf wichtig ist
An einem Luft-Wasser-Außengerät fällt laut klimeo in einem typischen Einfamilienhaus mit 8 bis 12 kW Heizleistung täglich etwa 5 bis 20 Liter Kondenswasser an, in feuchten Phasen bis zu 40 Liter. Dieses Wasser muss frei ablaufen können. Prüfe von außen, ob Wanne und Ablauf frei von Laub, Schmutz und Eis sind. Ein leicht verstopfter Ablauf lässt sich laut klimeo mit einem Pfeifenreiniger freimachen. Tropft das Wasser offen auf Pflaster oder Einfahrt, droht im Winter Glatteis. Eine frostsichere Ableitung, etwa mit beheizbarem Schlauch oder Drainage, richtet der Fachbetrieb ein.
Wie prüfe ich den Anlagendruck meiner Wärmepumpe?
Den Anlagendruck, also den Wasserdruck im Heizkreis, liest du am Manometer an der Inneneinheit oder im Display ab und vergleichst ihn mit dem Sollbereich aus der Bedienungsanleitung. Einen allgemeingültigen Richtwert gibt es nicht, er hängt von Gerät und Gebäude ab. Ein Beispiel: Die Bedienungsanleitung einer Buderus-Wärmepumpe (WLW176i/186i) nennt 0,6 bar als Untergrenze und erlaubt, langsam auf höchstens 2 bar aufzufüllen.
Notiere den Wert einmal im Monat. Fällt der Druck immer wieder ab, kann eine Undichtigkeit, ein Ausdehnungsgefäß mit zu wenig Vordruck oder ein tropfendes Sicherheitsventil dahinterstecken. Das klärt der Fachbetrieb. Nach dem Entlüften von Heizkörpern sinkt der Druck ebenfalls, prüfe ihn deshalb danach immer.
Wasser nachfüllen solltest du nur, wenn die Anleitung das für Betreiber vorsieht oder der Fachbetrieb es dir gezeigt hat. Falsch nachgefülltes Wasser kann Luft ins System bringen, und zu hoher Druck kann das Sicherheitsventil auslösen.
Darf ich Filter und Schmutzfänger selbst reinigen?
Heizungsseitige Filter und Schmutzfänger darfst du nur reinigen, wenn die Bedienungsanleitung das ausdrücklich als Betreiberaufgabe beschreibt, sonst übernimmt das der Fachbetrieb bei der Wartung. Dafür müssen Absperrhähne geschlossen und danach wieder geöffnet werden, und es kann Wasser austreten. Ein zugesetzter Filter kann den Durchfluss im Heizkreis verringern. Bei Luft-Luft-Geräten gehört das Reinigen der Luftfilter dagegen zur normalen Betreiberpflege.
Ebenfalls in deiner Hand: die Raumthermostate und Heizkörperventile. Drehe nicht alle Thermostate gleichzeitig zu, sonst fehlt der Wärmepumpe der Durchfluss, sie kann takten, also ständig ein- und ausschalten, oder eine Störung melden. In den Hauptwohnräumen bleiben die Ventile am besten ganz offen. Wie du die Heizkurve schrittweise anpasst, beschreibt der Beitrag Wärmepumpe optimieren.
Wie behalte ich Stromverbrauch und Jahresarbeitszahl im Blick?
Am einfachsten liest du einmal im Monat den Stromzähler der Wärmepumpe und die erzeugte Wärmemenge aus Display oder App ab und rechnest daraus die Jahresarbeitszahl. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die über ein Jahr erzeugte Wärme geteilt durch den dafür verbrauchten Strom. Eine JAZ von 3 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 3 kWh Wärme. Nicht zu verwechseln ist sie mit dem SCOP, einem genormten Laborwert des Herstellers für die Effizienz über eine Heizsaison.
Wichtig ist der Vergleich über die Zeit. Im Winter sinkt die Effizienz, das ist normal. Steigt der Verbrauch bei ähnlichen Außentemperaturen aber deutlich, lohnt sich ein genauer Blick, etwa auf den Anteil des Heizstabs, einer elektrischen Zusatzheizung. Manche Geräte weisen seinen Verbrauch in der Energieanzeige separat aus. Ein Feldtest des Fraunhofer ISE in älteren Einfamilienhäusern zeigte große Unterschiede zwischen den Anlagen. Die Vorlauftemperatur, also die Temperatur des Heizwassers auf dem Weg zu den Heizkörpern, war dabei ein wichtiger Einflussfaktor.
Was mache ich bei ungewohnten Geräuschen oder Fehlermeldungen?
Notiere Fehlercode, Datum, Uhrzeit und Außentemperatur, am besten mit einem Foto vom Display, und ordne die Meldung dann mit der Bedienungsanleitung oder unserer Fehlerdatenbank ein. Bei Geräuschen hilft die Frage, wann sie auftreten. Lüfterrauschen, ein kurzes Anlaufgeräusch und Rauschen beim Abtauen sind normal. Klappern, Schleifen oder Krachen deuten dagegen auf ein Problem hin. Prüfe von außen, ob Äste oder Gegenstände am Gitter anliegen. Öffne das Gerät nicht selbst.
Ob du eine Störung selbst quittieren darfst, steht in der Bedienungsanleitung. Tritt sie danach erneut auf, gehört sie zum Fachbetrieb. Deine Notizen verkürzen die Fehlersuche und damit oft auch die Rechnung.
Welche Arbeiten sind für Laien tabu?
Alles, was den Kältekreis, die elektrische Anlage oder das Innere der Geräte betrifft, gehört ausschließlich in Fachhände.
- Kältekreis: Kältemittel nachfüllen, Leitungen öffnen, Dichtheit prüfen. Bei F-Gasen wie R32 oder R410A nur mit Zertifikat. Bei Propan braucht es Kenntnisse im Umgang mit brennbaren Kältemitteln, eine R290-Schulung wird dringend empfohlen.
- Elektrik: Anschlüsse, Klemmen, Platinen und Heizstab. Auch das Gehäuse bleibt zu.
- Regelung: Parameter im Fachebenen-Menü, etwa Freigaben für den Heizstab oder Abtauparameter.
- Hydraulik: Ausdehnungsgefäß, Sicherheitsventil und Pumpen. Heizwasser oder bei Erdwärme Sole nur nachfüllen, wenn die Anleitung das für Betreiber vorsieht.
Was ist in welcher Jahreszeit zu tun?
Eine gründliche Sichtkontrolle im Frühjahr und im Herbst plus kurze Blicke nach Unwettern und bei Schnee reichen für die meisten Anlagen aus. Die folgende Übersicht ist eine Einschätzung der Redaktion auf Basis der genannten Quellen.
| Jahreszeit | Was du selbst prüfst | Fachbetrieb, wenn … |
|---|---|---|
| Herbst | Laub entfernen, 50 cm Freiraum herstellen, Kondensatablauf prüfen, Anlagendruck notieren, Thermostate öffnen | der Druck wiederholt fällt oder die Wartung vor der Heizperiode noch aussteht |
| Winter | Schnee vom Gerät und aus dem Umfeld kehren, Ablauf eisfrei halten, Glatteis vor dem Gerät sichern, Zähler monatlich ablesen | das Gerät dauerhaft vereist bleibt oder der Heizstab auffällig oft läuft |
| Frühjahr | Lamellen vorsichtig reinigen, Gitter auf Pollen und Schmutz prüfen, JAZ der Heizsaison ausrechnen | die JAZ deutlich schlechter ist als im Vorjahr |
| Sommer | Pflanzenwuchs zurückschneiden, Warmwasser-Temperatur prüfen, Wartungstermin vereinbaren | die Anlage stark taktet oder Fehlermeldungen gespeichert sind |
Ersetzt die eigene Pflege die Wartung durch den Fachbetrieb?
Nein, eigene Pflege ergänzt die professionelle Wartung, ersetzt sie aber nicht. Der Fachbetrieb prüft unter anderem den Kältekreis, die elektrischen Anschlüsse, das Ausdehnungsgefäß und die Regelparameter und liest den Fehlerspeicher aus. Verlängerte Garantien setzen zudem meist eine nachgewiesene jährliche Wartung voraus. Bei der Buderus-Systemgarantie etwa dürfen höchstens 16 Monate zwischen zwei Wartungen liegen. Was dabei im Einzelnen geprüft wird, zeigt unsere Wartungs-Checkliste, was es kostet, der Beitrag Wartungskosten und Garantie.
Persönliche Beratung gewünscht? Neutral und vor Ort berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale – oft kostenlos oder stark vergünstigt. Für Planung, Einbau und Wartung ist ein Fachbetrieb deiner Wahl zuständig.
Zur EnergieberatungHäufige Fragen
Darf ich meine Wärmepumpe selbst warten?
Einfache Pflege darfst du selbst übernehmen: Außengerät freihalten und vorsichtig reinigen, Kondensatablauf kontrollieren, Anlagendruck ablesen und Verbrauch notieren. Arbeiten an Kältekreis, Elektrik und Regelung gehören in die Hand eines Fachbetriebs. Für Kältekreise mit F-Gasen ist eine Zertifizierung vorgeschrieben.
Darf ich das Außengerät mit dem Hochdruckreiniger sauber machen?
Nein. Ein Hochdruckreiniger kann die empfindlichen Lamellen und die Elektronik beschädigen. Reinige die Lamellen bei ausgeschalteter Anlage nur mit einer weichen Bürste in Lamellenrichtung oder einem feuchten Mikrofasertuch.
Darf ich Kältemittel selbst nachfüllen?
Nein. Arbeiten am Kältekreis sind Fachleuten vorbehalten. Bei fluorierten Kältemitteln wie R32 oder R410A schreibt die F-Gase-Verordnung zertifiziertes Personal vor, bei Propan (R290) sollten nur Fachleute mit Kenntnissen zu brennbaren Kältemitteln arbeiten.
Ist Eis am Außengerät ein Defekt?
Nein, bei etwa −2 bis 5 °C und hoher Luftfeuchtigkeit ist Vereisung normal und wird automatisch abgetaut. Entferne Eis nie mit harten Gegenständen. Bleibt das Gerät dauerhaft oder ungleichmäßig vereist, sollte ein Fachbetrieb die Abtauung und die Kältemittelmenge prüfen.
Wie hoch sollte der Anlagendruck sein?
Das hängt von Gerät und Gebäude ab, den Sollbereich nennt die Bedienungsanleitung. Eine Buderus-Anleitung nennt zum Beispiel 0,6 bar als Untergrenze und erlaubt ein Auffüllen auf höchstens 2 bar. Fällt der Druck wiederholt ab, sollte ein Fachbetrieb nach der Ursache suchen.
Was darf im Umfeld einer Propan-Wärmepumpe nicht stehen?
Im Schutzbereich um das Außengerät dürfen keine Zündquellen sein, etwa Grills, Heizpilze, offene Flammen, Steckdosen, Lampen, Lichtschalter oder funkenbildende Werkzeuge. Wie groß der Schutzbereich ist, steht in der Installationsanleitung des Geräts.
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand 16.09.2026. Maßgeblich sind die Bedienungs- und Installationsanleitung deines Geräts sowie die Hinweise deines Fachbetriebs. Klarwärme ersetzt keine Rechts- oder Fachberatung vor Ort.