Wer seine Öl- oder Gasheizung ersetzen will und dabei auf erneuerbare Energie setzt, landet meist bei zwei Kandidaten: der Wärmepumpe und der Pelletheizung. Beide haben ihre Stärken, und keine ist in jedem Haus die bessere Wahl.

Was ist der grundsätzliche Unterschied zwischen Wärmepumpe und Pelletheizung?

Eine Pelletheizung verbrennt gepresste Holzspäne, eine Wärmepumpe holt mit Strom Wärme aus der Umgebung. Der Pelletkessel funktioniert im Prinzip wie ein Öl- oder Gaskessel: Er erzeugt Wärme durch Verbrennung und braucht deshalb einen Schornstein und einen Brennstoffvorrat.

Die Wärmepumpe verbrennt nichts. Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie im Jahresmittel mehrere Kilowattstunden Wärme. Dieses Verhältnis heißt Jahresarbeitszahl (JAZ). Im Feldtest des Fraunhofer ISE in Bestandsgebäuden erreichten Luft/Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von 3,4, Erdwärmepumpen von 4,3.

Wie schneiden beide Heizungen im direkten Vergleich ab?

Alle Werte sind Durchschnitts- oder Richtwerte aus den genannten Quellen.

Wärmepumpe und Pelletheizung im Vergleich (Stand 09/2026)
KriteriumLuft/Wasser-WärmepumpePelletheizung
Anschaffung inkl. Einbaumeist 18.000–28.000 € (42watt); Erdwärme 28.000–40.000 €15.000–25.000 € inkl. Lager (ADAC); 20.000–35.000 € (Kesselheld)
EnergiepreisWärmepumpentarif im Schnitt 24 ct/kWh plus rund 140 € Grundpreis im Jahr (Verbraucherzentrale NRW)8,55 ct/kWh bzw. 427,72 €/t (DEPI, 08/2026)
EffizienzJAZ im Bestand im Mittel 3,4 (Fraunhofer ISE)Wirkungsgrad bis 95 % (ADAC)
CO₂-Preis (BEHG)kein direkter Aufschlag auf den Strompreisfällt auf Pellets nicht an (Kesselheld)
PlatzbedarfAußengerät, Innengerät, meist SpeicherKessel, Pufferspeicher und Lager, rund 0,9 m³ Lagerraum je kW Heizlast
Schornsteinnicht nötignötig
Emissionen vor Ortkeine Abgase; Geräusche des Außengeräts beachtenFeinstaub; Grenzwert 20 mg/m³ für neue Kessel (1. BImSchV, Stufe 2)
Wartung pro Jahrmeist 150–350 € (Klarwärme-Recherche)Wartung, Schornsteinfeger und Service zusammen 300–430 € (ADAC)
Hilfsstromim Stromverbrauch enthalten50–100 € im Jahr (ADAC)
Lebensdauer18–25 Jahre (42watt)15–25 Jahre (ADAC)
KfW-Grundförderung30 %, ab Q1/2027 15 % (mit EU-Gerät plus 15 % Wertschöpfungsbonus)30 %
Eigener AufwandgeringPellets bestellen, Asche leeren

Was kostet eine Pelletheizung im Vergleich zur Wärmepumpe?

In der Anschaffung liegen beide Heizungen in einer ähnlichen Größenordnung, die Spannen überschneiden sich stark. Laut ADAC entfallen bei der Pelletheizung 4.000 bis 14.000 € auf den Kessel, 2.000 bis 9.000 € auf das Pelletlager und 700 bis 2.000 € auf den Pufferspeicher.

Bei der Wärmepumpe treiben vor allem die Bauart und Zusatzarbeiten den Preis: Eine Erdwärmepumpe mit Bohrung kostet deutlich mehr als ein Luftgerät, und in manchen Häusern müssen einzelne Heizkörper getauscht werden. Wie sich die Preise in einem Angebot zusammensetzen, kannst du mit dem Angebots-Check prüfen.

Welche Heizung ist im Betrieb günstiger?

Das hängt vor allem von deinem Strompreis und der Effizienz der Wärmepumpe ab, pauschal gewinnt keine der beiden. Pellets kosten je Kilowattstunde deutlich weniger als Strom, die Wärmepumpe gleicht das über ihre Effizienz aus.

Zu beachten ist der Preisverlauf: Laut Deutschem Pelletinstitut stieg der Durchschnittspreis von 310,82 € je Tonne im August 2025 auf 427,72 € im August 2026. Als Grund nennt die Branche unter anderem fehlende Sägespäne aus den Sägewerken. Aktuelle Preise für Strom, Gas, Öl und Pellets findest du auf unserer Seite Energiepreise.

Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus

Die folgende Rechnung ist ein vereinfachtes Beispiel mit Durchschnittswerten, keine Prognose für dein Haus. Angenommen wird ein Haus mit einem Wärmebedarf von 18.000 kWh im Jahr für Heizung und Warmwasser. Für die Wärmepumpe setzen wir eine JAZ von 3,0 an. Das liegt am oberen Rand der Spanne, die 42watt für den unsanierten Altbau nennt (2,5 bis 3,0), und unter dem Feldtest-Mittel von 3,4. Für den Pelletkessel rechnen wir vorsichtig mit 90 % Nutzungsgrad (der ADAC nennt Wirkungsgrade bis 95 %) und einem Heizwert von 5 kWh je Kilogramm, der sich aus den DEPI-Preisangaben ergibt.

Beispiel: jährliche Kosten bei 18.000 kWh Wärmebedarf (Preise Stand 08–09/2026)
PositionWärmepumpe (JAZ 3,0)Pelletheizung (90 %)
Energiebedarf6.000 kWh Strom20.000 kWh, rund 4 t Pellets
Energiekosten6.000 × 24 ct = 1.440 € plus 140 € Grundpreis = 1.580 €20.000 × 8,55 ct = 1.710 €
Hilfsstromenthaltenrund 75 € (Mitte von 50–100 €)
Wartung und Schornsteinfegerrund 250 €rund 365 € (Mitte von 300–430 €)
Summe pro Jahrrund 1.830 €rund 2.150 €

In diesem Beispiel liegt die Wärmepumpe rund 320 € im Jahr vorn. Das Ergebnis kippt aber schnell: Mit einem Wärmepumpentarif ohne separaten Zähler, der laut Verbraucherzentrale NRW im Schnitt 31,5 ct/kWh kostet, zahlst du für den Strom rund 1.890 € und landest mit Wartung bei etwa 2.140 €, also gleichauf mit den Pellets. Erreicht die Wärmepumpe dagegen eine JAZ von 3,4, sinken ihre Kosten auf rund 1.660 €. Sinken die Pelletpreise wieder, verschiebt sich der Vergleich zugunsten der Pelletheizung. Mit eigenen Zahlen rechnest du im Kostenrechner.

Wie viel Platz braucht eine Pelletheizung?

Eine Pelletheizung braucht spürbar mehr Platz als eine Wärmepumpe, weil der Brennstoff für ein Jahr im Haus lagern muss. Als Faustregel nennen Kesselheld und energienutzer.de etwa 0,9 m³ Lagerraum je Kilowatt Heizlast, inklusive Leerraum. Ein Einfamilienhaus mit 15 kW Heizlast bräuchte demnach rund 13,5 m³. Energienutzer.de empfiehlt, das Lager für etwa das 1,5-Fache des Jahresverbrauchs auszulegen, damit du Pellets kaufen kannst, wenn sie günstig sind.

Laut ADAC geht es mit einem Gewebetank auch kompakter, etwa auf 3,7 m² einschließlich Warmwasserbereitung. Ohne Keller kommen auch Außensilos oder Erdtanks infrage. Eine Luft/Wasser-Wärmepumpe braucht dagegen vor allem einen geeigneten Platz für das Außengerät. Wie laut es dort beim Nachbarn ankommt, kannst du mit dem Schallrechner abschätzen.

Wie schädlich ist der Feinstaub aus Pelletheizungen?

Pelletheizungen stoßen Feinstaub aus, Wärmepumpen verursachen vor Ort keine Abgase. Nach Angaben des Umweltbundesamts tragen Holzfeuerungen im Winter bundesweit 10 bis 20 % zur Feinstaubbelastung bei. In dieser Zahl stecken alle Holzheizungen, also auch Kaminöfen und Scheitholzkessel, nicht nur Pelletkessel. Grenzwert-Überschreitungen durch Holzheizungen hat das Amt bisher nicht festgestellt.

Für Pelletkessel, die seit 2015 eingebaut wurden, gilt nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung ein Grenzwert von 20 mg Staub je Kubikmeter Abgas. Laut ADAC sollen geförderte Biomasseanlagen ab dem 01.10.2027 höchstens 2,5 mg/m³ ausstoßen. Frag deshalb nach dem Staubwert des angebotenen Kessels.

Wer mit Holz heizt, heizt erneuerbar, aber nicht emissionsfrei.Einordnung der Redaktion Klarwärme

Wie wird eine Pelletheizung 2026 gefördert?

Pelletheizungen werden über das KfW-Programm 458 gefördert, mit derselben Grundförderung von 30 % wie Wärmepumpen. Förderfähig sind für die erste Wohneinheit derzeit höchstens 28.000 €, ab dem 01.02.2027 sinkt dieser Betrag halbjährlich um 750 €. Selbstnutzende Eigentümer können zusätzlich den Einkommensbonus und den Klimageschwindigkeitsbonus bekommen, der bis zum 31.01.2027 bei 16 % liegt, wenn sie eine funktionstüchtige alte Heizung ersetzen, zum Beispiel eine Ölheizung. Insgesamt sind höchstens 70 % möglich, bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 € (mit Kind 40.000 €) bis zu 80 %.

Seit dem 21.07.2026 gibt es den Emissionsminderungszuschlag nicht mehr. Bis dahin gab es 2.500 € zusätzlich für Biomasseheizungen mit sehr niedrigem Staubausstoß. Früher musste eine geförderte Pelletheizung außerdem mit Solarthermie, Photovoltaik oder einer Wärmepumpe für das Warmwasser kombiniert werden. Übergangsweise kann die Bestätigung zum Antrag diese Kombination noch abfragen, kläre das vorab mit deinem Fachbetrieb. Anders als bei Wärmepumpen ist für Biomasseheizungen bisher keine Kürzung der Grundförderung im Jahr 2027 angekündigt; der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt aber für alle Heizungen ab dem 01.02.2027 schrittweise. Alle Details stehen im Artikel zur Förderung 2026, deinen Zuschuss berechnest du im Förderrechner.

Persönliche Beratung gewünscht? Neutral und vor Ort berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale – oft kostenlos oder stark vergünstigt. Für Planung, Einbau und Wartung ist ein Fachbetrieb deiner Wahl zuständig.

Zur Energieberatung

Wie aufwendig sind Wartung und Schornsteinfeger?

Eine Pelletheizung macht im Alltag mehr Arbeit als eine Wärmepumpe. Du musst Pellets bestellen, den Aschebehälter leeren und den Kessel regelmäßig warten lassen. Dazu kommt der Schornsteinfeger: Laut Technologie- und Förderzentrum Bayern misst er alle zwei Jahre vor Ort, ob der Kessel die Grenzwerte einhält. Der ADAC nennt für Wartung, Schornsteinfeger und Service zusammen 300 bis 430 € im Jahr.

Eine Wärmepumpe braucht keinen Schornsteinfeger und kaum Handgriffe. Eine regelmäßige Wartung ist trotzdem sinnvoll, sie kostet meist 150 bis 350 € im Jahr. Was dabei geprüft wird, steht in unserer Wartungs-Checkliste.

Was eignet sich besser für einen unsanierten Altbau?

Eine Pelletheizung kommt mit hohen Vorlauftemperaturen problemlos zurecht und ist deshalb im unsanierten Altbau oft die technisch einfachere Lösung. Laut Kesselheld lohnt sie sich besonders bei hohem Wärmebedarf, etwa im unsanierten Altbau. Voraussetzung ist genug Platz für das Lager.

Eine Wärmepumpe funktioniert auch in vielen älteren Häusern. Der Feldtest des Fraunhofer ISE zeigt, dass ausreichend große Heizkörper oft mit ähnlich niedrigen Temperaturen auskommen wie eine Fußbodenheizung. Je höher die nötige Vorlauftemperatur ist, desto geringer ist aber die Effizienz. Für unsanierte Altbauten nennt 42watt eine JAZ von 2,5 bis 3,0. Ob dein Haus geeignet ist, prüfst du mit dem Wärmepumpen-Check und planst es im Wärmepumpen-Auslegung.

Für wen lohnt sich welche Heizung?

Die Wärmepumpe passt meist besser, wenn dein Haus halbwegs gedämmt ist, du keinen Lagerraum hast oder keinen Aufwand mit Brennstoff und Schornsteinfeger willst. Die Pelletheizung kann die bessere Wahl sein, wenn dein Haus einen hohen Wärmebedarf hat, hohe Vorlauftemperaturen braucht und ein trockener Raum für das Lager vorhanden ist, etwa ein alter Öltankraum. Weitere Vergleiche findest du in den Artikeln Wärmepumpe oder Gasheizung und Wärmepumpe oder Fernwärme.

Häufige Fragen

Ist eine Pelletheizung günstiger als eine Wärmepumpe?

Nicht grundsätzlich. Bei den laufenden Kosten entscheiden Strompreis, Effizienz der Wärmepumpe und Pelletpreis. In unserer Beispielrechnung lag die Wärmepumpe mit einem günstigen Wärmepumpentarif rund 320 € im Jahr vorn, mit einem teureren Tarif gleichauf.

Wird die Pelletheizung 2026 noch gefördert?

Ja. Die KfW fördert Pelletheizungen im Programm 458 derzeit mit 30 % Grundförderung, dazu können Einkommensbonus und Klimageschwindigkeitsbonus kommen. Der Emissionsminderungszuschlag von 2.500 € ist seit dem 21.07.2026 entfallen.

Wie viele Pellets braucht ein Einfamilienhaus im Jahr?

Laut ADAC und Kesselheld meist 4 bis 6 Tonnen. Im Lager solltest du etwa 0,9 m³ je Kilowatt Heizlast einplanen.

Muss bei einer Pelletheizung der Schornsteinfeger kommen?

Ja. Neben dem Kehren prüft der Schornsteinfeger laut Technologie- und Förderzentrum Bayern alle zwei Jahre per Messung, ob der Kessel die Emissionsgrenzwerte einhält. Bei einer Wärmepumpe entfällt das.

Fällt auf Pellets ein CO₂-Preis an?

Nein. Holzpellets gelten als erneuerbarer Brennstoff und fallen laut Kesselheld nicht unter die CO₂-Bepreisung.

Kann ich eine Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung betreiben?

Oft ja. Im Feldtest des Fraunhofer ISE liefen viele Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mit Heizkörpern effizient, wenn diese ausreichend groß waren.

Alle Preise sind Durchschnittswerte mit angegebenem Stand. Die Beispielrechnung ersetzt kein Angebot. Klarwärme ist unabhängig und erhält für diesen Vergleich keine Vergütung von Herstellern.