In rund 5 Minuten zur passenden Wärmepumpe
- 01 ProjektPostleitzahl für die Klimazone
- 02 GebäudeGebäudedaten, Sanierungen, Temperaturen, Wärmebedarf, Heizflächen, Warmwasser
- 03 TechnologieWärmepumpenart, Aufstellung und Schall, Strompreis, deine Prioritäten
- 04 ErgebnisHeizlast, die 4 passendsten Geräte mit Begründung, Leistungskurven, Vergleich und PDF
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Wie rechnet das Tool?
1. Heizlast aus den Bauteilen. Aus Wohnfläche, Geschossen und Gebäudeart schätzen wir die Flächen von Wänden, Fenstern, Dach und Boden. Jedes Bauteil bekommt einen U-Wert nach Baujahr. Die Werte stammen aus der amtlichen „Bekanntmachung der Regeln zur Datenaufnahme im Wohngebäudebestand“ (BAnz AT 04.12.2020). Wurde ein Bauteil saniert, gilt der Höchstwert, den WSchV, EnEV oder GEG im Jahr der Sanierung verlangten. Mit bekannter Dämmstärke rechnen wir den U-Wert direkt aus. Dazu kommen ein Wärmebrückenzuschlag und die Lüftungsverluste. Die Methode lehnt sich an das vereinfachte Verfahren der DIN/TS 12831-1 an. Beim Luftwechsel rechnen wir bewusst nicht mit den alten Pauschalen: Messungen in Altbauten ergaben im Mittel rund 0,26 Luftwechsel pro Stunde, deshalb setzen wir je nach Dichtheit 0,18 bis 0,40 an. Auch unbeheizte Keller sind real wärmer als in der Norm angenommen.
2. Abgleich mit dem Verbrauch. Aus deinem bisherigen Verbrauch, dem Nutzungsgrad der alten Heizung und der Temperaturverteilung deiner Region rechnen wir eine zweite Heizlast. Standardmäßig zählt der Verbrauch 70 Prozent und das Gebäudemodell 30 Prozent, weil Rechenmodelle im Bestand messbar zu hoch liegen: In einer britischen Untersuchung an 56 Häusern war die berechnete Heizlast bei 59 Prozent der Häuser zu hoch, in einer Schweizer Studie im Median 46 Prozent. Du kannst die Gewichtung umschalten. Das Ergebnis zeigen wir zusätzlich als Bandbreite, weil kein vereinfachtes Verfahren eine exakte Zahl liefern kann.
3. Jahressimulation je Gerät. Die Temperaturstunden eines Durchschnittsjahres (Referenzklima nach DIN EN 14825, an deine Norm-Außentemperatur angepasst) laufen Grad für Grad durch. Für jede Stunde vergleichen wir den Wärmebedarf deines Hauses mit der maximalen Heizleistung des Geräts bei der jeweiligen Vorlauftemperatur. Wo die Leistungskurve die Gebäudekennlinie schneidet, liegt der Bivalenzpunkt. Darunter hilft der Heizstab. Daraus folgen Deckungsgrad, Heizstab-Strom, Jahresarbeitszahl und Stromkosten. Für Pumpen, Regelung sowie Speicher- und Verteilverluste ziehen wir pauschal 15 Prozent von der Geräteeffizienz ab – so groß war der Abstand zwischen Geräte- und Anlagenarbeitszahl im Feldtest des Fraunhofer ISE. Zwischen −5 und +7 Grad rechnen wir zusätzlich 5 Prozent Verlust fürs Abtauen. Geräte, die bei milder Witterung unter ihre Mindestleistung fallen, takten und verlieren etwas Effizienz. Auch das fließt ein.
4. Neutrale Auswahl nach festen Regeln. Jedes Gerät muss zuerst fünf Mindestkriterien erfüllen. Die wichtigsten betreffen die Größe: Eine zu kleine Wärmepumpe lässt den teuren Heizstab zu oft laufen, eine zu große schaltet bei mildem Wetter ständig ein und aus. Die übrigen Geräte bekommen Punkte – für die passende Größe immer, dazu für die drei Prioritäten, die du im Tool selbst ordnest: leise, sparsam oder mit Reserve für kalte Tage.
Nach welchen Kriterien wählt das Tool die Geräte aus?
Mindestkriterien – wer eines verfehlt, fällt raus
- Nicht zu klein: Der Bivalenzpunkt liegt bei −5 °C oder tiefer, die Wärmepumpe liefert mindestens 97 % der Heizwärme im Jahr und schafft am kältesten Tag mindestens 60 % der Heizlast. Der Heizstab springt also nur an wenigen sehr kalten Tagen ein.
- Nicht zu groß: Am kältesten Tag (Norm-Außentemperatur) leistet das Gerät höchstens 130 % der Heizlast – oder höchstens 1,5 kW mehr als die Heizlast, weil es unterhalb von etwa 5 kW kaum kleinere Geräte gibt. Zu große Geräte schalten ständig ein und aus – das kostet Effizienz und Lebensdauer. Im britischen Feldversuch hatten die eingebauten Wärmepumpen im Mittel die 2,1-fache Leistung des Bedarfs, und ihre Jahresarbeitszahl lag deutlich unter der gut ausgelegter Anlagen.
- Vorlauf und Einsatzgrenze: Das Gerät schafft die nötige Vorlauftemperatur und läuft laut Hersteller bis zu deiner Norm-Außentemperatur.
- Effizienz: Die berechnete Jahresarbeitszahl des Geräts liegt bei mindestens 3 – so viel verlangt die staatliche Förderung. Mit Pumpen, Speicher und Verteilverlusten liegt die Anlage rund 15 % darunter; diesen Wert zeigen wir zusätzlich.
- Schall: Am nächsten Nachbarfenster wird der Nacht-Richtwert der TA Lärm für deine Wohngegend eingehalten.
Punkte – so wird sortiert
- Passende Größe (25 %, immer): volle Punkte, wenn die Leistung am kältesten Tag zwischen 70 und 110 % der Heizlast liegt und das Gerät erst oberhalb von 5 °C taktet. Takten ist kein Ausschlusskriterium, kostet aber Punkte – der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt einen Taktpunkt von etwa +5 °C.
- Deine drei Prioritäten (75 %): Platz 1 zählt 40 %, Platz 2 22 %, Platz 3 13 %. Ohne Auswahl zählt jede 25 %.
Leise: je weiter unter dem Richtwert, desto besser – volle Punkte ab 15 dB Abstand.
Sparsam: Jahresarbeitszahl von 3 (null Punkte) bis 4,5 (volle Punkte).
Reserve für kalte Tage: Leistung am kältesten Tag im Verhältnis zur Heizlast, Abstand zur Einsatzgrenze und Luft bei der Vorlauftemperatur. - Datenlage: Fehlen dem Hersteller Messpunkte, ziehen wir 4 bis 8 % der Punkte ab. Pro Hersteller erscheint nur das beste Gerät.
Wie laut ein Gerät an einer bestimmten Stelle ist, zeigt der Schallrechner, den Zuschuss der Förderrechner.
Persönliche Beratung gewünscht? Neutral und vor Ort berät die Energieberatung der Verbraucherzentrale – oft kostenlos oder stark vergünstigt. Für Planung, Einbau und Wartung ist ein Fachbetrieb deiner Wahl zuständig.
Zur EnergieberatungHäufige Fragen
Wie verhindert das Tool eine zu große oder zu kleine Wärmepumpe?
Zu klein ist ein Gerät, wenn sein Bivalenzpunkt über −5 °C liegt, es weniger als 97 Prozent der Jahres-Heizwärme liefert oder am kältesten Tag unter 60 Prozent der Heizlast bleibt. Zu groß ist es, wenn es am kältesten Tag mehr als 130 Prozent und zugleich mehr als 1,5 Kilowatt über der Heizlast liegt oder schon unterhalb von 0 °C Außentemperatur takten muss. Beide Fälle sortiert das Tool aus. Am besten bewertet es Geräte mit 70 bis 110 Prozent der Heizlast am kältesten Tag.
Empfiehlt Klarwärme bestimmte Hersteller?
Nein. Die Reihenfolge ergibt sich allein aus den festen Regeln und deinen Prioritäten. Kein Hersteller zahlt für eine Platzierung, und pro Hersteller erscheint nur ein Gerät.
Wie genau ist die Heizlast aus diesem Tool?
Mit Baujahr, Sanierungen und Verbrauch liegt das Ergebnis meist in einem Bereich von etwa ±15 Prozent um die tatsächliche Heizlast. Stimmen Gebäudemodell und Verbrauch gut überein, ist das ein gutes Zeichen. Für Förderung und Auslegung verlangt der Fachbetrieb trotzdem eine raumweise Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.
Was ist der Bivalenzpunkt?
Das ist die Außentemperatur, unterhalb der die Wärmepumpe das Haus nicht mehr allein warm hält. Dann hilft der Heizstab oder ein zweiter Wärmeerzeuger. Liegt der Bivalenzpunkt bei etwa −5 °C oder tiefer, deckt die Wärmepumpe in der Regel mehr als 98 Prozent der Jahreswärme.
Warum zeigt das Tool nur vier Geräte?
Vier Geräte lassen sich gut nebeneinander vergleichen. Alle anderen geprüften Geräte stehen in der aufklappbaren Liste unter dem Ergebnis – bei aussortierten Geräten mit dem Grund.
Woher stammen die Gerätedaten?
Die maximalen Heizleistungen kommen aus Planungsunterlagen und technischen Datenblättern der Hersteller, Effizienz- und Schallwerte zusätzlich aus der europäischen Keymark-Datenbank. Jede Quelle steht in der PDF-Zusammenfassung. Fehlen einzelne Messpunkte, ergänzt das Tool sie vorsichtig und weist darauf hin.
Werden meine Angaben gespeichert?
Nein. Die Rechnung und die Auswertung des Sanierungstextes laufen vollständig in deinem Browser. Es wird nichts an uns oder an Dritte übertragen.
Ohne Gewähr. Herstellerangaben können sich ändern; maßgeblich sind die aktuellen Unterlagen des Herstellers und die Planung eines Fachbetriebs.